Landschaft

Royal Deeside

Als Royal Deeside wird im Allgemeinen der obere Flußlauf bis hinunter in etwa zur Ortschaft Banchory des River Dee bezeichnet.

River Dee, westlich von Aboyne

Der Dee enstpringt in 1220 m Höhe im größten Nationalpark Großbritanniens, dem Cairngorm National Park, in den Highlands von Schottland und fließt auf einer Länge von 140 km nach Aberdeen, wo er in die Nordsee mündet. Der Fluß ist mit durchschnittlich 0,9% Gefälle sowie mehreren Stromschnellen und Wasserfällen nur auf einem kurzen Stück beschiffbar und ist reich an natürlichen Nährstoffen und daher ein bevorzugtes Laichgebiet für Lachse.

Der Oberlauf des Flußes ist seit der Zeit von Queen Victoria und ihrem deutschen Ehemann Prince Albert sommerliches Rückzugs- und Erholungsgebiet des britischen Königshauses und führt daher den Beinamen “Royal” im Namen.

Mit Balmoral Castle befindet sich hier direkt am Fluß und östlich der Ortschaft Ballater die Sommerresidenz der königlichen Familie, welche jedes Jahr von August bis September für Touristen geschloßen wird, da dies traditionell die Zeit ist, in der Queen Elizabeth II. dort den Sommer und Herbstanfang in Schottland verbringt.

Balmoral Castle

Schon King Robert II. von Schottland nutzte dieses Gebiet im 14. Jhd. als Jagdrevier und errichtete dort eine Jagdhütte, welche 1390 von Sir William Drummond zu House Balmoral ausgebaut wurde. Bis ins 19. Jhd wechselte der Besitz von House Balmoral, teilweise unfreiwillig, mehrfach. 1842 besuchten Queen Victoria und Prince Albert das erste Mal Schottland und waren sofort von Land und Leute begeistert. Da die ersten Besuche in Schottland unter dem extrem nassen Klima gelitten hatten, empfahl der Leibarzt der Queen 1847 wegen des trockeneren Klimas das Tal entlang des Flußes Dee. In etwa zur gleichen Zeit wurde Balmoral zur Pacht ausgeschrieben und wurde von Prince Albert übernommen, der im Jahre 1851 House Balmoral und das dazugehörige Anwesen nach kurzen Verhandlungen für den Preis von £ 32.000,- aufkaufte und sogleich Pläne für die komplette Umgestaltung ausarbeitete. Diese sahen einen Komplettabriss von Balmoral House und einen größeren Neuaufbau im schottischen Baronial-Stil vor. Den Entwürfen von Architekt William Smith aus Aberdeen für das neue Balmoral Castle, die von Prince Albert selbst stark beeinflusst wurden, wird gelegentlich nachgesagt, dass Sie selbst für damalige Zeiten schon etwas veraltet seien und auch heute noch wird der Stil von Balmoral Castle als ein wenig zu pedantisch, überkorrekt und zu Germanic, also zu Deutsch, ausgelegt.

Balmoral Castle befindet sich auch heute noch im Privatbesitz der königlichen Familie und gehört nicht zur Krone von Großbritannien. Zu Balmoral Castle gehört ein etwa 243 km2 großer Landsitz der sowohl umliegende Täler als auch Berge umfasst. Insgesamt 7 Munros, Berge in Schottland, die höher als 3.000 Fuß (910 m) sind, befinden sich auf dem Landsitz, der höchste mit 1.155 m Höhe ist Lochnagar, nachdem auch die auf dem Landsitz befindliche Whisky-Destillerie Royal Lochnagar benannt ist.

Entlang des gesamten Tals des Dee kann man immer wieder Schilder mit der Aufschrift Victorian Heritage Trail finden, die auf Sehenswürdigkeiten hinweisen, die schon Queen Victoria besucht hatte oder von Ihr initiiert wurden. Darüber hinaus findet man hier natürlich auch wunderschöne Wanderwege durch die schottischen Highlands, die an den verschiedenen Lochs vorbeiführen und auf denen man mit etwas Glück einige der schottischen Wildtiere, wie z.b. Rotwild oder sogar Auerhähne “Capercaillie“, zu Gesicht bekommt.

 

Speyside

Macallan of Speyside, 1841

Speyside ist eine für Ihre vielen Whiskysorten bekannte Region entlang des Flußes Spey auf halber Strecke zwischen Aberdeen und Inverness im Nord-Osten von Schottland.Entlang des Flußes befinden sich etwa 50 verschiedene Whisky-Destillerien, die alle ungefähr eine gemeinsame Charakteristik haben und sich so von den anderen großen Whisky-Regionen (Lowlands, Highlands und Islay) in Schottland unterscheiden lassen. Obwohl Speyside geographisch zu den Highlands gehört, werden ihre Whiskys aufgrund der anderen Geschmacks-Charakteristik nicht zu den Whiskys der Highland-Region gezählt. Hier befinden sich auch die meisten der Zulieferer für die Whisky-Produktion, weshalb die Region gerne als die zentrale Whisky-Region Schottlands angesehen wird.
Eine besondere Möglichkeit die wunderschöne Landschaft dieser Region zu entdecken und dies mit dem ein oder anderen Abstecher zu einer der vielen Destillerien zu verbinden bietet der Malt Whisky Trail, der bei Aviemore beginnt und entlang des Flußes Spey führt und dem man sowohl per Fuß, Fahrad oder auch mit dem Auto folgen kann.

 

Loch Ness

Zu den vielen landschaftlichen Sehenswürdigkeiten zählen natürlich auch die allgegenwärtigen Seen, genannt Lochs,  in Schottland.

Loch Ness

Eines der bekanntesten ist Loch Ness im Norden von Schottland. Loch Ness ist ein großer, tiefer Süsswassersee in den schottischen Highlands mit einer Länger von fast 37 Kilometern. Obwohl nach Loch Lomond nur das zweitgrößte Loch in Schottland an der Gesamtfläche gemessen, ist Loch Ness aufgrund seiner Maximaltiefe von 230 Metern und einer durchschnittlichen Tiefe von 132 Metern mit Abstand der See mit dem größten Volumen. Im Becken von Loch Ness würden die geamten Wassermassen der Seen von England und Wales zusammen Platz haben.
Loch Ness ist seit 1822 in den Kaledonischen Kanal (Caledonian Canal) integriert. Dieser wurde als Verbindungsweg zwischen der Atlantikküste und der Nordseeküste gebaut, um kürzere Transportzeiten für Industriegüter zu erreichen und die Unwetter auf der See im Norden von Schottland zu umgehen. Für den Bau des Kanals wurde der Wasserstand im See um etwa drei Meter künstlich angehoben, wodurch sich auch Länge und Breite des Sees vergrößerten.
Zu einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten oder besser “Nichtsehenswürdigkeit” von Schottland zählt das berühmt, berüchtigte Ungeheuer von Loch Ness, auch Nessie, genannt, welches nach (unbestätigten) Sichtungen hier beheimatet sein soll. Bis zum heutigen Tag  gibt es jedoch keinerlei wissenschaftliche Bestätigung für ein Lebewesen, das auch nur im Entferntesten auf die vielen lokalen Augenzeugenberichten passen würde. Die heutige Forschung geht im Gegensatz mittlerweile davon aus, dass aufgrund der geringen Flora und Fauna im See, Loch Ness keinem Lebewesen die Lebensgrundlage bieten könnte, die ein Tier mit solch einer unterstellten Größe benötigen würde. Nichtsdestotrotz kommt es angeblich immer wieder zu Sichtungen des “Monsters”, das in den meisten Beschreibungen als übergroße Seeschlange mit einer Länge von bis zu 20 Metern beschrieben wird. Hin und wieder wird auch vermutet, dass es sich bei Nessie um ein überlebendes Exemplar des urzeitlichen Plesiosaurus handeln soll, einem Meeresreptil, dass bis vor 65 Millionen Jahren auf der Erde gelebt hat und eigentlich gleichzeitig mit den Dinosauriern ausgestorben ist.
Eine weitere, deutlich einfacher zu sehende, Sehenswürdigkeit am Loch Ness ist Urquhart Castle.
Etwa 1230 erbaut, zählte die Burg zu den größten in Schottland. 1296 wurde sie von den Engländern eingenommen, fiel dann aber unter die Kontrolle von Robert the Bruce, nachdem dieser schottischer König wurde. Die letzte Garnison verließ die Burg 1692, die fortan dem Verfall überlassen wurde. Heute gehört sie zu Historic Scotland und kann besichtigt werden. Urquhart Castle ist ein beliebter Aussichtspunkt über Loch Ness und für Nessie-Beobachter. Sie ist auf verschiedenen sogenannten Nessie-Bildern zu sehen und eine der ältesten Ruinen in ganz Schottland.

 

West Coast und East Coast

Die Westküste von Schottland ist zerklüftet und von tief in das Land reichenden Meeresarmen und vorgelagerten Inseln geprägt. Aufgrund des Einflusses des Golfstroms im Nordatlantik, der auch unser Wetter in Mitteleuropa mitbestimmt, ist das Klima ganzjährig milder als im Rest von Schottland, allerdings bedeutet dieses milde Klima auch deutlich mehr Niederschläge.
Die Ostküste besteht im Gegensatz zur Westküste von Schottland fast durchweg aus Steilküste und langen Sandstränden. Da hier der Einfluß des nordatlantischen Golfsstroms durch die Landmasse von Schottland deutlich abgeschwächt wird und der Einfluß der kalten Nordsee überwiegt, ist das Klima zwar um einiges trockener, aber auch etwas kühler, als an der Westküste.

East Coast – Cliffs

West Coast – Isle Of Skye.